Ihr Blick quoll über voll geheucheltem Mitleid.
Es riecht nach kalter Selbstsicherheit.
Mir wird schlecht.
Sie sagt was.
Wahrscheinlich, dass es ihr leid tut.
Ihre Lippen formen noch mehr Worte.
Die ich nicht verstehe.
Die ich nicht verstehen will.
Diese perfekt rot geschminkten Lippen.
Passend zu den High-Heels.
Mit denen sie einen Schritt auf mich zu macht.
Eine Hand von der Mappe, die sie vor ihren Bauch hält, nimmt.
Mich am Arm fasst.
Man könnte es von Außen als eine tröstende Berührung empfinden.
Doch mir bohren sich ihre Nägel in mein Fleisch.
Da reiße ich mich von ihr los.
Meine Haare fliegen ihr ins Gesicht.
Ich schreie sie an.
Sage alles was ich ihr schon immer hätte sagen sollen.
Sie steht da versucht sich in Ausflüchten.
Doch ich sehe, wie sie immer kleiner wird unter meinem Mut.
Ich spucke vor ihr auf den Boden.
Drehe mich schwungvoll um.
Knalle die Tür hinter mir zu.
In der Halle applaudieren mir die Anderen.
Der Tomatenmund lächelt mich unentwegt an.
Ich schlüpfe aus der Tür.
Irgendwann wird Irgendwer das machen.
Jemand, der mutig ist.
Jemand, der sich nicht von perfekt geschminkten Lippen fürchtet.
Ich werde ihm Blumen schicken.