Wie zwei Habichte gehen sie auf mich los.
Sie schnattern wie wilde Gänse.
Ich weiche leicht mit einem halben Schritt zurück.
Auch meine Gedanken weichen.
War das meine Meinung?
Oder ihre?
Ich höre nur noch was sie denken.
Ich kann meine eigenen Gedanken nicht mehr hören.
Wie stand ich dazu?
Was wollte ich sagen?
Ich bin die Maus.
Sie erspähen.
Sie stürzen.
Sie töten.
Meine Meinung.
Zum Glück nicht mich.
Aber bin ich die Selbe mit einer verlorenen Meinung?
Sonntag, 16. Februar 2014
Mittwoch, 5. Februar 2014
Das Seidentuch
Ich stehe am Abgrund. Die Sonne scheint
war auf mich. Die Kiesel die von meinen Fußspitzen weggeschoben
werden, fallen nach unten in die Kälte. Der Wind zieht an mir, an
meiner Jacke, an meinen Haaren, an meinem Schal. Es ist als wollte er
mich in die Tiefe locken. Doch ich halte stand. Alles hält stand.
Nur mein Seidentuch nicht. Es löst sich, schwebt einen Augenschlag
vor mir, und sinkt dann, mit dem Wind tanzend in die Tiefe. Noch
glitzert es bunt, mit der Sonne spielend, doch je weiter es in die
Dunkelheit der Schlucht gerät, verliert es an glanz und Farbe. Erst
nur noch rot, dann lila, vielleicht dunkel blau, dann schwarz. Der
Wind stupst es noch einmal an. Es sieht so aus, also ob es mir winken
wolle, dann verschluckt es die Schwärze.
Wäre es nicht schön, wenn dort unten,
versteckt von der Dunkelheit, jemand stehen würde und mir mein Tuch
zurück pusten würde? Damit ich sehen kann wie es wieder bunt wird,
damit ich weiß, dass es nicht verloren ist?Sonntag, 2. Februar 2014
Kurzgedichte
Sie eilten.
Sie sahen.
Den leeren Stuhl.
Den Vorhang im Wind.
Der Wind,
von der Sonne getränkt,
und doch so kalt.
Wie der Stuhl,
so kalt.
Weg.
Für immer.
Sie war so schön.
Die Lippen wie Rosen,
die Augen wie das Meer.
Sie lächelte.
Aber nicht für ihn.
Für das Bild,
das er malte.
Nur für ein schnödes
Bild aus Farbe und Leinwand.
Nicht für ihn.
Doch er träumte,
dass das Lächeln für ihn
sei.
Nur, für ihn.
Aber er wusste.
Es war weit weg.
Weit weg von ihm.
Warum?
Tränen.
Überall.
Weg.
Weit weg.
Er.
Er.
Weit weg.
Irgendwo.
Überall.
Tränen.
Erinnerungen
Dass die Zeit alle Wunden heilt, stimmt
wirklich. Komisch oder? Manchmal denk man sich bei Sachen, wenn man
soetwas vergisst ist man echt ein sehr schwacher kalter Mensch, aber
ein paar Jahre später muss man daran erinnert werden, dass es
überhaupt passiert ist. Unser Gedächtnis ist löchrig und
unverlässlich, manchmal gut, und manchmal schlecht. Manche könnten
mit ihrem Gesehen nicht leben, gäbe es nicht, diese Löcher in
unserem Hirn, wo alles nach und nach hindurchläuft wie durch ein
Sieb, doch dann gibt es natürlich auch die schönen und arg
emotionalen Sachen, die ich mir nie hätte erträumen lassen, dass
ich sie mal vergessen werden. Und dann ein paar Jahre und Fotos
später: Ach ja, war das schön! Echt?? Lieber Gott, ist es dass was
du uns damit sagen möchtests. Alles vergeht, auch die Gedanken, die
doch eigentlich unsterblich sein sollten!? Verdammt, man lässt das
Leben so an sich vorbei ziehen und wenn man dann wirklich was
„Unvergessliches“
erlebt hat, vergisst man es ein paar Jahre und Cocktails wieder. So
läuft das Leben?!
Wir wir und die Stadt
Wir zwei in der Nacht, in der Stadt.
Die Straße vor uns ist leer. Die Lichter der Neon Namen, der
Schaufenster, Laternen und Kneipen zeigen uns den Weg. Deine Hand in
meiner. Meine Hand in Deiner. Wir und die Stadt. Rechts geht die Tür
eines Pubs auf. Sie schleudert uns Gelächter und Wärme entgegen.
Zwei Typen torkeln auf den Asphalt. Sie die Stadt und wir wir. Gehen
weiter. Einfach so ohne Worte, weil wir wir sind. Und die Stadt um
uns. Das Klacken meiner Absätze und das Dumpfe Geräusch deiner
Schuhe auf dem Teer. Der Wind bläst von Hinten eine Verpackung auf
uns zu. Sie die Stadt, wir wir. Setzten uns auf den Gehsteig, ich
lehne meinen Kopf an deine Schulter. Und denke, dass uns vom Weltall
niemand sieht, vielleicht sieht er nur die Lichter der Stadt, aber
trotzdem sind wir wir, und nicht die Stadt?
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